{"id":2635,"date":"2026-07-10T06:25:00","date_gmt":"2026-07-10T06:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/nomadlaw.ch\/?p=2635"},"modified":"2026-07-12T14:25:11","modified_gmt":"2026-07-12T14:25:11","slug":"nutzniessung-im-erbrecht-wohnen-und-ertraege-sichern-auch-fuer-unverheiratete-paare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/nutzniessung-im-erbrecht-wohnen-und-ertraege-sichern-auch-fuer-unverheiratete-paare\/","title":{"rendered":"Nutzniessung im Erbrecht: Wohnen und Ertr\u00e4ge sichern \u2013 auch f\u00fcr unverheiratete Paare"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Menschen m\u00f6chten den \u00fcberlebenden Partner oder die \u00fcberlebende Partnerin absichern, ohne dass eine Immobilie sofort verkauft oder der Nachlass unmittelbar geteilt werden muss. Genau daf\u00fcr kann die Nutzniessung ein geeignetes Instrument sein. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nutzniessung, auch Niessbrauch genannt, erlaubt einer Person, eine Sache zu nutzen und die Ertr\u00e4ge daraus zu ziehen, obwohl sie nicht Eigent\u00fcmerin ist. In der Schweiz ist sie in<a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/24\/233_245_233\/de#art_745\"> Art. 745 ff. ZGB <\/a>geregelt. Im Erbrecht kann sie durch Testament oder Erbvertrag an Nachlasswerten einger\u00e4umt werden, zum Beispiel an einer Immobilie, an einem Wertschriftendepot oder an bestimmten Verm\u00f6gensteilen.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei Immobilien ist die Nutzniessung praktisch: Der beg\u00fcnstigte Partner darf weiterhin in der Wohnung oder im Haus leben oder das Objekt vermieten und die Ertr\u00e4ge behalten. Das Eigentum bleibt oder geht jedoch an die Erben, etwa an die Kinder.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit eine solche L\u00f6sung sp\u00e4ter nicht zu Streit f\u00fchrt, ist ein Punkt besonders wichtig: die Pflichtteile. Wenn es die Pflichtteile beschr\u00e4nkt, dann ist eine erbvertragliche Regelung notwendig. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Was ist eine Nutzniessung?<\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einer Nutzniessung werden Nutzung und Eigentum voneinander getrennt. Der Nutzniesser oder die Nutzniesserin darf die Sache gebrauchen, darin wohnen, sie vermieten oder daraus Ertr\u00e4ge erzielen. Die Eigent\u00fcmer bleiben jedoch andere Personen, h\u00e4ufig die Erben, zum Beispiel die Kinder.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nutzniesser kann die Sache nicht verkaufen, weil ihm das Eigentum nicht geh\u00f6rt. Gleichzeitig muss er die Sache sorgf\u00e4ltig erhalten und tr\u00e4gt in der Regel die laufenden Kosten, den gew\u00f6hnlichen Unterhalt, Abgaben und bei Immobilien h\u00e4ufig auch gewisse Lasten. Die genaue Kostenverteilung sollte in der Verf\u00fcgung oder im Erbvertrag klar geregelt werden.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nutzniessung ist besonders interessant, wenn man sagen m\u00f6chte:<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDu sollst nach meinem Tod sicher wohnen k\u00f6nnen oder die Ertr\u00e4ge erhalten. Aber das Eigentum soll langfristig bei meinen Erben bleiben.\u201c<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Ende der Nutzniessung, in der Regel mit dem Tod des Nutzniessers, f\u00e4llt das Objekt unbelastet an die Eigent\u00fcmer zur\u00fcck. Diese k\u00f6nnen es dann selbst nutzen, verkaufen oder untereinander teilen. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Nutzniessungsverm\u00e4chtnis<\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Erbrecht wird eine Nutzniessung h\u00e4ufig als Verm\u00e4chtnis angeordnet. Man spricht dann von einem Nutzniessungsverm\u00e4chtnis. Das bedeutet: Die Erben werden Eigent\u00fcmer der Sache, aber eine bestimmte Person erh\u00e4lt daran ein Nutzungs- und Ertragsrecht.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch kann das zum Beispiel so aussehen:<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beispiel 1: <\/strong>Der \u00fcberlebende Partner erh\u00e4lt die lebenslange Nutzniessung an der gemeinsamen Wohnung. Die Kinder werden Eigent\u00fcmer, k\u00f6nnen aber erst nach Ende der Nutzniessung frei \u00fcber die Wohnung verf\u00fcgen. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beispiel 2: <\/strong>Der \u00fcberlebende Partner erh\u00e4lt die Nutzniessung an einem Wertschriftendepot. Er darf die Ertr\u00e4ge beziehen, das Kapital selbst bleibt aber f\u00fcr die Erben erhalten. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum ist die Nutzniessung gerade bei unverheirateten Paaren wichtig?<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei unverheirateten Paaren besteht in der Schweiz kein gesetzlicher Erbanspruch des \u00fcberlebenden Partners. Ohne Testament oder Erbvertrag erbt der Konkubinatspartner nichts. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann besonders problematisch sein, wenn die verstorbene Person Kinder, Eltern oder andere gesetzliche Erben hinterl\u00e4sst. Eine gemeinsame Wohnung kann dann ganz oder teilweise in den Nachlass fallen. Selbst wenn der \u00fcberlebende Partner Miteigent\u00fcmer ist, kann der Anteil der verstorbenen Person an die Erben fallen. Im schlimmsten Fall entsteht Druck, die Immobilie zu verkaufen oder die Erben auszuzahlen.   <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einer Nutzniessung kann man hier vorsorgen: Der \u00fcberlebende Partner erh\u00e4lt ein abgesichertes Nutzungsrecht, ohne dass ihm zwingend das Eigentum \u00fcbertragen werden muss. Aber: Auch eine Nutzniessung darf die Pflichtteile der gesch\u00fctzten Erben nicht verletzen.  <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pflichtteile: Die Grenze der Nachlassplanung<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Schweiz k\u00f6nnen bestimmte Erben nicht vollst\u00e4ndig \u00fcbergangen werden. Pflichtteilsgesch\u00fctzt sind insbesondere Nachkommen sowie Ehegatten oder eingetragene Partner. Der Pflichtteil dieser Personen grunds\u00e4tzlich die H\u00e4lfte ihres gesetzlichen Erbanspruchs. Eltern haben keinen Pflichtteil mehr.   <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei unverheirateten Paaren ist das besonders wichtig: Der Konkubinatspartner hat zwar keinen eigenen Pflichtteil. Wenn die verstorbene Person aber Kinder hinterl\u00e4sst, haben diese Kinder Pflichtteilsrechte.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Beg\u00fcnstigung des Partners, sei es durch Eigentum, Verm\u00e4chtnis oder Nutzniessung, muss deshalb in die verf\u00fcgbare Quote passen, sofern die Kinder nicht zustimmen oder auf Rechte verzichten.<\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird die Nutzniessung an den Pflichtteil angerechnet?<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nutzniessung wird nicht einfach mit dem vollen Verkehrswert der Immobilie oder des Verm\u00f6genswerts angerechnet. Entscheidend ist ihr wirtschaftlicher Wert. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer Nutzniessung wird in der Regel der kapitalisierte Wert bzw. Barwert des Nutzungs- und Ertragsrechts berechnet. Dieser h\u00e4ngt insbesondere ab von: <\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>dem Wert des belasteten Verm\u00f6genswerts,<\/li>\n\n\n\n<li>dem j\u00e4hrlichen Nutzen oder Ertrag, zum Beispiel Mietwert oder Mieteinnahmen,<\/li>\n\n\n\n<li>der voraussichtlichen Dauer der Nutzniessung,<\/li>\n\n\n\n<li>dem Alter und der Lebenserwartung des Nutzniessers,<\/li>\n\n\n\n<li>dem verwendeten Kapitalisierungszinssatz.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je j\u00fcnger der Nutzniesser ist und je l\u00e4nger die Nutzniessung voraussichtlich dauert, desto h\u00f6her ist der Kapitalwert der Nutzniessung.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Pflichtteilsberechnung bedeutet das:<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der beg\u00fcnstigte Nutzniesser erh\u00e4lt wirtschaftlich den kapitalisierten Wert der Nutzniessung. Die Erben, die das Eigentum erhalten, bekommen dagegen nur das belastete Eigentum. Dieses ist weniger wert als unbelastetes Eigentum, weil sie es w\u00e4hrend der Dauer der Nutzniessung nicht frei nutzen k\u00f6nnen.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb kann eine Nutzniessung Pflichtteile verletzen, obwohl die Pflichtteilserben formal Eigent\u00fcmer werden. Entscheidend ist nicht nur, wer im Grundbuch steht, sondern ob die Pflichtteilserben dem Wert nach ihren Pflichtteil erhalten. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die beste L\u00f6sung: Erbvertrag mit Zustimmung der Pflichtteilserben<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn absehbar ist, dass eine Nutzniessung in Pflichtteile eingreifen kann, reicht ein einfaches Testament oft nicht aus, um Planungssicherheit zu schaffen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In solchen F\u00e4llen ist ein Erbvertrag h\u00e4ufig die sicherere L\u00f6sung. Darin k\u00f6nnen die Pflichtteilserben einbezogen werden. Sie k\u00f6nnen der Nutzniessung zustimmen, einen Pflichtteilsverzicht erkl\u00e4ren oder eine bestimmte L\u00f6sung verbindlich akzeptieren.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist besonders sinnvoll bei:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Immobilien mit hohem Wert,<\/li>\n\n\n\n<li>unverheirateten Paaren,<\/li>\n\n\n\n<li>Patchwork-Familien,<\/li>\n\n\n\n<li>Kindern aus fr\u00fcheren Beziehungen,<\/li>\n\n\n\n<li>Verm\u00f6gen in mehreren L\u00e4ndern,<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00e4llen, in denen der \u00fcberlebende Partner unbedingt in der Wohnung bleiben soll.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Erbvertrag schafft mehr Sicherheit, weil die sp\u00e4teren Erben nicht erst nach dem Todesfall mit der Belastung konfrontiert werden. Sie kennen die Regelung und haben ihr zugestimmt. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Spezialfall Ehegatte oder eingetragener Partner: Art. 473 ZGB<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Ehegatten und eingetragene Partner gibt es eine besondere Beg\u00fcnstigungsm\u00f6glichkeit nach<a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/24\/233_245_233\/de#art_473\"> Art. 473 ZGB<\/a>. Diese gilt jedoch nur gegen\u00fcber gemeinsamen Nachkommen. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Konstellation kann der \u00fcberlebende Ehegatte oder eingetragene Partner besonders stark abgesichert werden. Nach der heutigen Rechtslage ist es m\u00f6glich, dem \u00fcberlebenden Ehegatten die H\u00e4lfte des Nachlasses zu Eigentum zuzuweisen und ihm zus\u00e4tzlich die Nutzniessung am Anteil der gemeinsamen Nachkommen einzur\u00e4umen. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein klassisches Instrument, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind und der \u00fcberlebende Ehegatte im Familienheim bleiben oder weiterhin Ertr\u00e4ge aus dem Verm\u00f6gen beziehen soll.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist aber: Diese Sonderregel gilt nicht f\u00fcr unverheiratete Paare. Sie gilt auch nicht ohne Weiteres in Patchwork-Konstellationen mit nicht gemeinsamen Kindern. Dort braucht es eine individuelle Planung, h\u00e4ufig mit Erbvertrag und Zustimmung der betroffenen Pflichtteilserben.  <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nutzniessung oder Wohnrecht?<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nutzniessung geht weiter als ein Wohnrecht.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Wohnrecht erlaubt in der Regel nur, selbst in einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen. Eine Nutzniessung erlaubt zus\u00e4tzlich, die Sache zu vermieten und die Ertr\u00e4ge zu behalten, sofern nichts anderes geregelt ist. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Absicherung eines Partners kann deshalb die Nutzniessung st\u00e4rker sein als ein blosses Wohnrecht. Gleichzeitig ist sie wirtschaftlich wertvoller und kann deshalb eher Pflichtteilsfragen ausl\u00f6sen. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rechte und Pflichten: Wer tr\u00e4gt welche Kosten?<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit eine Nutzniessung im Alltag funktioniert, sollte klar geregelt werden, wer welche Kosten tr\u00e4gt.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Typischerweise tr\u00e4gt der Nutzniesser:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>laufende Nebenkosten,<\/li>\n\n\n\n<li>gew\u00f6hnlichen Unterhalt,<\/li>\n\n\n\n<li>kleinere Reparaturen,<\/li>\n\n\n\n<li>\u00f6ffentliche Abgaben,<\/li>\n\n\n\n<li>Hypothekarzinsen, soweit vereinbart oder gesetzlich vorgesehen.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eigent\u00fcmer tragen eher ausserordentliche Kosten oder wertvermehrende Investitionen. In der Praxis sollte dies aber nicht offenbleiben. Gerade bei Immobilien k\u00f6nnen Renovationen, Hypotheken, Steuern und Versicherungen sp\u00e4ter zu Streit f\u00fchren.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gute Regelung sollte daher ausdr\u00fccklich festhalten:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wer bezahlt den Unterhalt?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer tr\u00e4gt gr\u00f6ssere Renovationen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer bezahlt Hypothekarzinsen?<\/li>\n\n\n\n<li>Darf die Immobilie vermietet werden?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer entscheidet \u00fcber gr\u00f6ssere bauliche Massnahmen?<\/li>\n\n\n\n<li>Was passiert, wenn der Nutzniesser freiwillig auszieht?<\/li>\n<\/ul>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann ist eine Nutzniessung besonders sinnvoll?<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Nutzniessung passt h\u00e4ufig gut, wenn:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>der \u00fcberlebende Partner lebenslang wohnen k\u00f6nnen soll,<\/li>\n\n\n\n<li>eine Immobilie nicht sofort verkauft werden soll,<\/li>\n\n\n\n<li>Mieteinnahmen oder Verm\u00f6gensertr\u00e4ge zur Versorgung dienen sollen,<\/li>\n\n\n\n<li>Eigentum langfristig bei den Kindern oder anderen Erben bleiben soll,<\/li>\n\n\n\n<li>eine sofortige Erbteilung vermieden werden soll,<\/li>\n\n\n\n<li>der Partner abgesichert werden soll, ohne dass er Eigent\u00fcmer wird.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei unverheirateten Paaren kann die Nutzniessung eine faire L\u00f6sung sein: Der Partner erh\u00e4lt Sicherheit, w\u00e4hrend die Erben langfristig Eigent\u00fcmer bleiben. <\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Exkurs: Gibt es Nutzniessung auch in Thailand?<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Thailand kennt ein \u00e4hnliches Konzept: den Usufruct, auf Thai \u0e2a\u0e34\u0e17\u0e18\u0e34\u0e40\u0e01\u0e47\u0e1a\u0e01\u0e34\u0e19. Er ist im thail\u00e4ndischen Civil and Commercial Code geregelt und vermittelt Besitz-, Nutzungs- und Ertragsrechte an einer Immobilie, ohne dass Eigentum \u00fcbertragen wird.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Usufruct kann auch in der Nachlassplanung eine Rolle spielen. So kann beispielsweise eine Person im Testament vorsehen, dass das Eigentum an einer Immobilie an die Kinder f\u00e4llt, w\u00e4hrend der \u00fcberlebende Partner ein lebenslanges Nutzungsrecht erh\u00e4lt. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgekehrt kann auch den Kindern aus fr\u00fcherer Ehe vor dem Tod ein Nutzungsrecht eingetragen werden. Um eine Erbeiteilung sicherzustellen, wenn das Land beispielsweise bereits im Namen der thail\u00e4ndischen Ehefrau eingetragen ist.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Thailand ist besonders wichtig, dass solche Rechte korrekt beim zust\u00e4ndigen Land Office registriert werden, damit sie gegen\u00fcber Dritten Wirkung entfalten. Zudem ist der Usufruct grunds\u00e4tzlich pers\u00f6nlich und nicht vererblich. Er endet in der Regel mit dem Tod des Berechtigten.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Nachlassplanungen Schweiz\u2013Thailand sollte deshalb genau gepr\u00fcft werden, in welchem Land welche Verm\u00f6genswerte liegen und welche Verf\u00fcgung dort tats\u00e4chlich anerkannt und umgesetzt werden kann.<\/p>\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h1>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nutzniessung ist ein starkes Instrument der Nachlassplanung. Sie erm\u00f6glicht es, den \u00fcberlebenden Partner wirtschaftlich abzusichern, ohne das Eigentum endg\u00fcltig zu \u00fcbertragen. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei unverheirateten Paaren kann sie verhindern, dass der \u00fcberlebende Partner nach dem Tod des anderen pl\u00f6tzlich aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen oder sich mit den Erben \u00fcber einen Verkauf streiten muss.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Punkt ist jedoch der Pflichtteil. Eine Nutzniessung wird wirtschaftlich bewertet und mit ihrem kapitalisierten Wert ber\u00fccksichtigt. Wenn sie die freie Quote \u00fcbersteigt oder Pflichtteilserben dem Werte nach weniger erhalten, kann sie angefochten bzw. herabgesetzt werden.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Planungssicherheit m\u00f6chte, sollte deshalb nicht nur ein Testament verfassen, sondern die Pflichtteilsfrage vorg\u00e4ngig pr\u00fcfen lassen. Bei Immobilien oder komplexen Familienverh\u00e4ltnissen ist oft ein Erbvertrag mit Zustimmung der Pflichtteilserben die rechtlich stabilere L\u00f6sung. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wird aus einer guten Idee eine Nachlassplanung, die auch im Ernstfall funktioniert.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hinweis<\/strong>: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Gerade bei Immobilien, Pflichtteilen, Patchwork-Familien oder Verm\u00f6gen in mehreren L\u00e4ndern sollte die konkrete Situation rechtlich gepr\u00fcft werden. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nutzniessung im Schweizer Erbrecht: Wohn- und Ertragsrechte sichern, Partner im Konkubinat absichern und Pflichtteile richtig ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2634,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[165],"tags":[226,357,277,983,72,273,982,980,154,984,981],"class_list":["post-2635","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erbrecht-nachlassplanung","tag-erbplanung","tag-erbrecht","tag-erbvertrag","tag-immobilien","tag-marriage","tag-nutzniessungsrecht","tag-nutzniessungsvermachtnis","tag-pflichtteile","tag-switzerland","tag-thailand","tag-usufructuary"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2635"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2636,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2635\/revisions\/2636"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2634"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nomadlaw.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}